Hēmerologion

Hellēnikon Hēmerologion

Der hellenische Jahreskalender

 

 

Der Kalender

Das Kalendersystem des Hellenismos ist der lunisolare «Attische Kalender». Dieser war der Kalender der antiken Athener und orientiert sich am Lauf von Sonne und Mond. Jede Polis, so hießen die antiken hellenischen Staaten, war autonom und selbstregiert, besaß einen ureigenen Jahreskalender, zuweilen mit verschiedenen Monatsnamen. Hellas kannte keinen einheitlichen Jahreskalender. Der Attische Kalender dient der Ermittlung und Einteilung der Zeit. Sein erster Monat ist der Hekatombaeon (Juli-August); weil sich alle Monate am Mondzyklus anlehnen, war jeder Monat traditionell 29 bis 30 Tage lang. Weil aber der Mondkalender dem Sonnenjahr zu entsprechen hatte, wurde dem Monat Posideon alle 2-3 Jahre ein Zweiter Posideon, also ein Schaltmonat, hinzugefügt. Der erste Tag jeden Monats ist der Neumondtag. Der Attische ist der am genauesten überlieferte Kalender der Hellenen; die von Simplikios in Harran gegründete «Akademie», letzte Bastion des Hellenentums, hielt bis zu ihrem Untergang durch die Seldschuken im 11. Jh. u.Z. am Attischen Kalender (und den Riten der Hellenen) fest. Das gilt auch für Georgios Gemistos-Plethon; er überarbeitete (unter Berücksichtigung der astronomischen Gegebenheiten seiner Zeit) und integrierte ihn in seinen Gesellschaftsentwurf (Nomoi). Auf diese Weise wurde der Attische Kalender hellenisches Allgemeingut. Hellenen, die außerhalb von Athen leben oder stammen, befolgen zwar den Allgemeinen Kalender, beachten aber auch die überlieferten Festtage und Kalender ihres Herkunftsortes, freilich nur in dem Maße wie diese überliefert sind.

Für einen Hellenen in Serres (Nordostgriechenland) mag die Geburtstagszeremonie der Athena, wie von Labrys abgehalten, oder die Karneia (Sparta) wenig Sinn ergeben, aber dafür umso mehr die Feste zu Ehren des Dionysos. Das gilt für Individuen wie auch für Kollektive. Die Kollektive des YSEE (Serres, Rhodos, Samos, Kreta, USA etc.) begehen die 12-Jahresfeste des YSEE-Kalenders wie gehabt (siehe: Links), darüber hinaus aber auch rekonstruierbare Zeremonien von lokaler und anderer Bedeutung. Dabei werden die Fragmente eines erhaltenen Kalenders dem Allgemeinen hinzugefügt, welcher dann zu einem Ganzen strukturiert wird. Aufgrund dessen kommt es vor, dass das eine Kollektiv Feste abhält, die alle anderen nicht beachten. Darüber hinaus ist jede Familie frei, besondere Riten abzuhalten oder spezielle Zeremonien zu rekonstruieren, und somit eine eigene Familientradition zu begründen. Die 12 großen Feste des YSEE sind jene, bei denen sich die Gemeinschaft ein Mal im Monat versammelt, um den Göttern und Ahnen zu opfern, Freunde zu treffen und sich auszutauschen. Die Festtage sind nicht in Beton gegossen, sondern beweglich. Die Hellenen auf Kreta (oder Rhodos) halten womöglich auch spezifisch kretische Götterriten ein, doch sie alle verbindet der Panhellenische Kalender, den uns Großvater Plethon übergeben.

  • Zeitrechnung

Bis zum 4. Jh. besaßen die Hellenen keine allgemein-griechische Zeitrechnung. Dies sollte sich erst um das Jahr 300 v.Z. ändern, als die gesamthellenische Zeitrechnung eingeführt wurde: die Olympiade. Eine Olympiade umfasst eine Zeitspanne von vier Jahren. Diese vier Jahre werden als erstes, zweites, drittes und viertes Jahr der jeweiligen Olympiade gezählt. Nach Ablauf einer Olympiade fanden die panhellenischen Olympischen Spiele statt. Die ersten Olympischen Spiele wurden erstmals im Sommer des Jahres 776 v.Z. abgehalten. Demnach hatten wir im Juli des Jahres 776 v.Z. das 1. Jahr der 1. Olympiade. Das Jahr «2015» wäre bei den alten Hellenen das 2. Jahr der 698. Olympiade. Davor wurden Ereignisse (Geburt, Hochzeit, Tod) nach dem Namen der Person datiert, die zu diesem Zeitpunkt das Amt des Archonten inne hatte. Ein Vater würde über das Geburtsdatum seines Sohnes sagen: «Mein Sohn Kleanthes wurde geboren, als X Archon war.»

Beispiele

Das lokale Moment und die regionale Typizität war und ist im Hellenismos, wie in jeder anderen Ethnie oder ethnischen Tradition, der entscheidende Faktor. Darum tendiert er zu Vielfalt und Heterogenität. Die Ethnosphäre entspricht der Biosphäre: Vielfalt und Verschiedenheit zwischen und innerhalb der Ethnien stellt eine natürliche Ordnung dar. Die Verletzung dieses natürlichen Prinzips hat Konsequenzen für Land und Mensch. Der Hellenismos legt großes Gewicht auf dieses Prinzip und versucht zu bewahren, was übrig geblieben, und die natürliche Ordnung wieder herzustellen. (In Europa wurde diese Ordnung zuerst vom Monotheismus und später vom Nationalismus gestört.)

Ich möchte anhand der Kalender der Kollektive YSEE, Labrys und Hellenion Beispiele für die hellenische Heterogenität geben. 1. YSEE: der YSEE macht ein großes Zugeständnis an die heutige Zeit, denn er zählt die Jahre seit dem Beginn der ersten aufgezeichneten Olympiade (776 v.Z.) hoch, sein Kalender beginnt mit dem Monat Gamelion anstatt mit Hekatombaeon (Sommersonnenwende), zudem entspricht er in Beginn und Zeitspanne dem Gregorianischen (Bsp.: 1. Gamelion 2791 = 1. Januar 2015). Die 12 Jahresfeste werden dementsprechend angepasst. Die Tage sind wie üblich in drei Dekaden gegliedert, jedoch zählt er generell vom 1 bis zum 30/31 Tag eines heutigen Monats aufwärts. Aufgrund dieser seiner Entscheidung erübrigt sich für ihn die Notwendigkeit eines Schaltmonats. 2. Labrys: Labrys hält sich genauestens am traditionellen Attischen Kalender, sprich: sie unterteilt den Monat in drei Dekaden zu 10 Tagen, die letzte Dekade wird rückläufig gezählt. Ein jeder Monat beginnt traditionell mit dem Neulichtabend (Noumēnía-νουμηνία, der Neumond kündigt den neuen Monat an). Labrys kennt aber auch eine Kombination von alt und neu, welche insbesondere auf ihrer Webseite Anwendung findet. 3. Hellenion: Hellenion beginnt sein Jahr zwar auch mit Gamelion/Januar, behält dafür aber den traditionellen Monatsbeginn und die Zeitrechnung der Olympiade genauestens bei. Das traditionelle Datumsformat beinhaltet die Angabe des Tages, der Woche, des Monats, des Jahrs der jeweiligen Olympiade und die Olympiade selbst. Eine beliebte Mischform von alt und neu ist die Datumsangabe unter Erwähnung des Tages, der Woche, des Monats und der hochgezählten Jahresangabe (z.B. 8. Istamenos Gamelion 2793). Mehr dazu unter: Wochen.

  • Die Monate
  1. Hekatombaeon (Εκατομβαιών, Juli–August)
  2. Metagitnion (Μεταγειτνιών, August–September)
  3. Boedromion (Βοηδρομιών, September–Oktober)
  4. Pyanepsion (Πυανοψιών, Oktober–November)
  5. Memakterion (Μαιμακτηριών, November–Dezember)
  6. Posideon (Ποσειδεών, Dezember–Januar),
  7. Gamelion (Γαμηλιών, Januar–Februar)
  8. Anthesterion (Ανθεστηριών, Februar–März)
  9. Elaphebolion (Ελαφηβολιών, März–April)
  10. Munikhion (Μουνυχιών, April–Mai)
  11. Thargelion (Θαργηλιών, Mai–Juni)
  12. Skirophorion (Σκιροφοριών, Juni–Juli)

 

  • Wochen

Jeder Monat ist in drei Dekaden zu zehn Tagen gegliedert. Die Dekaden heißen Dekás prótē, Histámenos/Wachsender Mond (1-10. Tag), Dekás deutéra, Mesúntos/Voller Mond (11-20. Tag) und Dekás trítē, Fthínontos/Abnehmender Mond (21-30. Tag), wobei die letzte Dekade traditionell rückläufig gezählt wird. Da dies in der heutigen Zeit zu Irritationen führen würde, wird diese Regelung, abgesehen von Labrys, nicht groß beachtet.

Ein Beispiel zur Veranschaulichung: der 07.01.2015 im Gregorianischen Kalender entspricht im Hellenischen Kalender der Dekás prótē, 7. Istamenou Gamelion 2791 (YSEE), Dekás deutéra, 16. Mesuntos Posideon des 2. Jahres der 698. Olympiade (Labrys) oder der 16. Zweite Posideon des 2. Jahres der 698. Olympiade (Hellenion), wobei Labrys flexibler ist; bei der Bekanntmachung von Terminen auf ihrer Webseite greift sie auf den Gregorianischen Kalender zurück, wahrscheinlich weil Neulinge mit dem Hellenischen Kalender zunächst überfordert wären. Wenn der Gregorianische Kalender Verwendung findet, wird das Jahr i.d.R. in Anführungsstrichen gesetzt («2015»). Einzelne Mitglieder eines Kollektivs können eine andere Zeitrechnung bevorzugen, als die in ihrem Kollektiv etablierte. (Mesuntos und Fthinontos sind Meson und Fthinon im Genitiv.) Mehr dazu unter: Der altgriechische Kalender.

  •  Tage

Jeder Monat besteht aus drei Wochen, die ihrerseits aus zehn Tagen bestehen: die erste Woche ist die des zunehmenden Mondes, die zweite die des vollen Mondes und die dritte die des abnehmenden Mondes. Das griechische Wort für Woche heißt Dekás (Dekade). Die alten Griechen fingen ab einem bestimmten Zeitpunkt in der Geschichte an, ihren Tage-Woche-Rhythmus der Sieben-Tage-Woche aus dem ptolemäischen Ägypten anzugleichen. So wurden nicht nur die Tage, sondern auch die damals bekannten fünf Planeten nach den Göttern Ares (Mars), Hermes (Merkur), Zeus (Jupiter) und Aphrodite (Venus) genannt. Manche der heutigen Hellenen greifen diese Entwicklung wieder auf und ersetzen auf diese Weise die christlichen Namen der Wochentage (Paraskevi, Sabbato, Kyriaki etc.) durch die hellenischen, während andere dem Sieben-Tages-Rhythmus überhaupt keine Beachtung schenken und auch in dieser Frage dem Attischen Kalender folgen. Die Tage beginnen im Hellenentum traditionell mit bzw. nach Sonnenuntergang. Der letzte Tag eines jeden Monats, ob mit 29 oder 30 Tagen, wird Triakas genannt («Dreißigster-Triakás» bzw. «Dreißigster, Erster und Neuer-»). Der Neumond liegt grundsätzlich auf dem letzten oder vorletzten Tag (weshalb der Kalender auch «beweglich» oder «flexibel» sein musste). Alle Monatstage sind in 12 Nacht- und in 12 Tagesstunden aufgeteilt.

«Der 1. Tag des Monats wurde ‹neuer Monat [Tag]› genannt. Die Tage 2 bis 10 wurden mit ‹der zweite [Tag] des zunehmenden Monats›, ‹der dritte [Tag] …› und so weiter nummeriert. Die Tage vom 11. bis zum 20. wurden einfach durchnummeriert: ‹der elfte [Tag]› und so weiter, und markierten die Zeit des Vollmondes. Aber vom 21. Tag bis zum Ende des Monats wurden die Tage rückwärts gezählt: der Tag 21 wurde ‹der zehnte [Tag] vom sterbenden [Monat]›, Tag 22 ‹der neunte …› und Tag 29 ‹der zweite …› genannt. Den letzten Tag des Monats, den Tag 30, nannte man ‹den alten und neuen›, um den Übergang von einem Monat zum nächsten kenntlich zu machen. In einem Monat von 29 statt 30 Tagen, war es der Tag 29, der weggelassen wurde. Der Begriff ‹der alte und neue› (hene kai nea) für den letzten Tag des Monats spiegelt die Vorstellung wider, dass der Mond vom Vorabend teilweise der Mond des alten Monats war, der zu Ende ging, und teilweise der Mond des neuen Monats, der im Aufkommen begriffen ist. Obwohl Hesiodos den letzten Tag des Monats als ‹den Dreißigsten› bezeichnet, nennt er den ersten des folgenden Monats ‹den alten› (Werke und Tage 766, 771), als sei der alte Monat im Beginn des neuen eingedrungen.» Robert Hannah, Greek and Roman Calendars: Constructions of Time in the Classical World, S. 43-44, London 2005.

Erste Woche (Istaménou = Zunehmender Mond): noumēnía, diytéra oder deutéra istaménou, tritomenís, trítē istaménou, tetrás istaménou, pémptē istaménou, héktē istaménou, evdómē istaménou, ogdóē istaménou, henátē istaménou, dekátē istaménou oder dekáte protéra.
Zweite Woche (Mesúntos = Mittmond): prôtē, deutéra, trítē etc. Mesúntos. Der zehnte Tag der zweiten Woche oder zwanzigste des Monats heißt hēkás oder auch hēkosas.
Dritte Woche (Fthínontos = Abnehmender Mond): prôtē, deutéra, trítē etc. fthínontos. Der zehnte Tag der dritten Woche oder dreißigste des Monats heißt hénē kai néa oder Triakás.
(Für die zweistelligen Tage eines Monats gibt es auch Namen, so zum Beispiel für den 21. Tag eines Monats: hēkás prôtē.)

Es folgen die wichtigsten Feiertage des Attischen Jahreskalenders. Bitte beachten Sie, dass Festtage, deren Datierung uns nicht überliefert oder die aus heutiger panhellenischer Sicht irrelevant scheinen, an dieser Stelle nicht berücksichtigt werden. Alle Leser, die einen detaillierten Einblick in den antiken Attischen Kalender nehmen möchten, seien auf die Anmerkungen zu diesem Abschnitt am Ende des Textes verwiesen.


 Allmonatliche feste Opfertage

Diese ersten Tage gelten für jeden Monat des Attischen Kalenders, werden daher im folgenden Kalender nicht extra erwähnt.

Noumenia-νουμηνία (panhellenischer Tag des neuen Monats): Apollon Noumenios, Artemis Noumenia, Zeus, Hermes, Hera, Hekate, Agathos Daimon und die Ahnen. Dieser Tag ist quasi den Hausgöttern gewidmet. Ihnen wird Weihrauch geopfert und ihre Bildnisse werden mit Lorbeerzweigen und Kränzen geschmückt.

  • 2. Histamenos: Agathos Daimon, Heroen und alle Daimonen und chthonischen Götter.

  • 3. Histamenos: Tritomenis Athena und Chariten; Geburtsfest der Athena.

  • 4. Histamenos: Herakles, Hermes, (Geburtsfest der) Aphrodite Pandemos, Eros

  • 6. Histamenos: Artemis (der 6. Tag eines jeden Monats ist der Artemis gewidmet).

  • 7. Histamenos: Apollons Geburtsfest (dieser Tag war bei allen Hellenen dem Apollon geweiht).

  • 8. Histamenos: Poseidon und Theseus.

  • 9. Ist der Muttergöttin Rhea, den Musen und Helios geweiht.

  • 18.-19er Mesuntos: Apotropäische und Reinigungsriten (vor allem nach der Mittagszeit gemäß Proklos, Kommentare zu Hesiods Werke und Tage, 810)

  • Letzter Tag eines jd. Monats: Hekates Deipnon. (Dieser letzte Tag eines Monats heißt Triakas, Hénē kai Néa: «Dreißigster, Erster und Neuer» Tag, ganz gleich, ob der Monat 29 oder 30 Tage zählt. Die dritte Woche wird meist rückläufig gezählt, weshalb der letzte Tag dann nur Hénē kai Néa genannt wird.)

Feste panhellenischen Charakters

Aphrodisia, Heraia, Genesia, Lemaia, Mysterien von Eleusis, Soteria, Thalysia, Olympische Spiele, Pythische Spiele, Nemäische Spiele, Isthmische Spiele. Gedenkzeremonien für die Krieger, die in den Schlachten bei den Thermopylen, Plataiai und Salamis ihr Leben für die Heimat und die Autonomie des hellenischen Ethnos ließen.

DIE MONATE

(Die allgemein relevanten Festtage des Hellenismos sind in blauer Farbe dargestellt)

Hekatombaeon. (Εκατομβαιών, Juli–August)

  • 1. Noumenia; Hellenisches Neujahr
  • 2. Agathos Daimon
  • 4. Charesia-Aphrodisia
  • 12. Kronia
  • 16. Synoikia, jährliches Opfer an Eirene
  • 20. Delphisches Fest zu Ehren Apollons
  • 23. Sponde an Hermes
  • 23.-30. Panatheneia (Pferdewettkämpfe am 26.)
  • 28. Opfergaben an Athena Polias, Athena Hygeia, Athena Nike und Eros. (Es wird der Peplos der Athena gezeigt und ein Fackellauf organisiert.)
  • Dioskouria & Ehrung der Thermopylen-Kämpfer (YSEE)

Metagitnion. (Μεταγειτνιών, August–September)

  • 2. Herakleia (?)
  • 7. Metageitnia (?)
  • 12. Opfergaben an Zeus Polieus, Athena Polias, Demeter und Apollon Lykeios (?)
  • 14. Private Opfergaben an Dionysos
  • 15. Kosmesis des Agalmas der Hera, Heraia (auf Delos)
  • 16. Kourotrophos, Hekate und Artemis (im Demos Erchia)
  • 19. Heroinnen
  • 20. Hera Telchinia
  • 25. Zeus Epoptes
  • 28. Trankopfer an Persephone und Demeter
  • Heraia (YSEE)

Boedromion. (Βοηδρομιών, September–Oktober)

  • 2. Niketeria
  • 3. Plataia
  • 4. Opfer an Zeus Eleftherios
  • 5. Genesia
  • 6. Artemis Agrotera, Marathon-Tag (Ehrung der Krieger, die in der Schlacht bei Marathon für die Heimat fielen)
  • 7. Boedromia (?)
  • 12. Demokratia, Opfer an Athena
  • 13. Private Opfer an Demeter, Kore und Dionysos
  • 15.-21. Eleusinia ta megala
  • 17. oder 18. Epidauria
  • 27. Opfer an Nymphen, Acheloos, Hermes, Athena und Gaia
  • 28. Trankopfer an Poseidon

Pyanepsion. (Πυανοψιών, Oktober–November)

  • 5. oder 6. Poerosia (Fest der ersten Früchte)
  • 7. Pyanepsia (eine Eiresione wird auf der Türschwelle oder an der Haustür, Oliven- oder Lorbeerzweig mit Keksen und Früchten)
    8. Theseia
  • 9. Stenia
  • 10. Opfer an Demeter
  • 11.-13. Thesmophoria (Fest der Demeter; nur für Frauen)
  • 11.-13. Apatoureia (11. Dorpia, 12. Anarrhusis, 13. Koureotis)
  • 29. Chalkeia (Fest zu Ehren Athenas und Hephaistos)

Memakterion. (Μαιμακτηριών, November–Dezember)

  • 2. Ares (Trankopfer)
  • 10. Pompaia (?)
  • Zeus Melichios (für einen milden Winter und eine gute Ernte für das neue Jahr). Der Verfasser opfert dem Zeus Melichios am 21. Memakterion. Das traditionelle Datum ist nicht überliefert
  • 14. Nyktophylaxia zu Ehren der Demeter und Kore auf Delos
  • 16. Sponde an Zeus, Hermes und an alle, die ihr Leben für die Freiheit von Hellas opferten
  • 17. Dramaturgische Wettbewerbe
  • 20. Opfer an Zeus Georgos
  • 30. Trankopfer an Dionysos
  • Maimakteria, das traditionelle Datum ist nicht überliefert

Posideon. (Ποσειδεών, Dezember–Januar)

  • 5. Plerosia (Opfergaben an Zeus)
  • 6. Selenai (familiäre Festlichkeiten)
  • 8. Poseidea (am 14. auf Delos)
  • 10. Die ländlichen Dionysia (?)
  • 14. Opfer an Poseidon Asphaleios, Orthosios, Themeliouchos. Box-Wettkämpfe.
  • 16. Zeus Horios und Petreus
  • 19. Private Opfergaben an die Anemoi (Winde)
  • 22. Galaxia zu Ehren Apollons (?)
  • 26. Haloa (Dionysos, Demeter, Poseidon)
  • Triesperon, wird am 21. oder 22. Dezember nur vom YSEE begangen. Es wird der «Geburtstag des Herakles-Helios» gefeiert. Ein Fest, das von der römischen Tradition nach Hellas gereist ist.
  • die letzte Nacht des Posideons ist Nyx und Dike geweiht

Gamelion. (Γαμηλιών, Januar–Februar)

  • 8. Opfer an Apollon Apotropäos und Musagetes, und die Nymphen
  • 9. Opfer an Athena
  • 10. Opfergaben an Demeter, Kore und Zeus Boulaios
  • 12. Wettbewerbe für Dramaturgie, Opfer an Dionysos Lenaios auf Mykonos
  • 12.-15. Lenea (zu Ehren des Dionysos)
  • 16. Opfer in den Heiligtümern der Artemis, Opfergaben an Wegkreuzungen
  • 24. Trankopfer an Aphrodite
  • 27. Theogamia (Hieros Gamos von Zeus und Hera). Opfer an Poseidon und Kourotrophos.

Anthesterion. (Ανθεστηριών, Februar–März)

  • 2. Opfer an Dionysos
  • 11. Anthesteria Pithiogia
  • 12. Anthesteria Khoēs
  • 13. Anthesteria Khýtroi
  • 20.-26. Mysteria ta mikra (Die kleinen Mysterien)
  • 23. Diasia und Trankopfer an Hephaistos

Elaphebolion. (Ελαφηβολιών, März–April)

  • 4. Galaxia zu Ehren der Rhea (vom Verfasser auf den 4. Tag gelegt)
  • 6. Elaphebolia (?)
  • 8. Asklepieia Proagon
  • 10.-17. Dionysia ta astika (Die städtischen Dionysia)
  • 17. Pandia
  • 18. Anakeia
  • 21. Trankopfer an Artemis

Munikhion. (Μουνυχιών, April–Mai)

  • 4. Eroteia (Fest des Eros)
  • 6. Delphinia, Artemis Soteira
  • 16. Munikhia (Artemis) in Peiraieus, Fest der Brauronian Artemis
  • 18. Katharmoi (Reinigungsriten)
  • 19. Olympieia, Opfer an Zeus Olympios
  • 20. Opfer an Leukaspis und Trankopfer an Apollon
  • 21. Opfer an Tritopatores
  • Charisia-Aphrodisia (YSEE)

Thargelion. (Θαργηλιών, Mai–Juni)

  • 4. Opfer an Zeus, Apollon Pythios und Päon, Leto, Hermes und die Dioskuren
  • 5. Fasten auf Thargelia
  • 6. Opfer an Demeter-Khloe auf der Akropolis. Delia zu Ehren der Artemis und des Apollons auf Delos.
  • 6.-7. Thargelia
  • 7. Heiliger Tag des Apollon Delios, Pythios, Patroos und Alexikakos, des Helios und der Horen. Eine Eiresione wird am Tempel des Apollon Pythios und an allen (athenischen) Haustüren angebracht.
  • 16. Zeus Epakrios
  • 25. Kallynteria – Plynteria
  • 26. Opfer an Zeus

Skirophorion. (Σκιροφοριών, Juni–Juli)

  • 3. Arrhephoria
  • 12. Skirophoria
  • 14. Dipolieia
  • 21.-22. Heliostasion (YSEE)
  • 24. Sponde an Athena
  • 29. Diisoteria

 

Anmerkungen

Viele Feste waren im antiken Hellenentum an lokale Heiligtümer gebunden.

Hellenion passt jedes Jahr den Hellenischen Kalender den astronomischen Gegebenheiten des aktuellen Jahres an (Mondphasen u.a.); dieser ist für Nicht-Hellenen sicher verständlicher, als der von Labrys, weil er zu den hellenischen auch die entsprechenden gregorianischen Tage/Monate aufzählt. Der Kalender des YSEE steht am unteren Ende zur Verfügung und entspricht, abgesehen von den Monatsnamen, voll und ganz dem Gregorianischen.

Für weitere Informationen zum Attischen Kalender (Feier-, Reinigungs-, Opfer- und besondere Tage etc.) siehe: Christos Pandion Panopoulos, Vasilios Cheiron Tsantilas: Hellenic Polytheism: Household Worship, S. 81-84 (Athen: CreateSpace Independent Publishing, 2014), das entsprechende Kapitel in Die Religion der Griechen: Kult und Mythos (München: Beck, 1994) von Louise Bruit-Zaidman und Pauline Schmitt-Pantel, Athenische Feste von Herbert W. Parke (Mainz am Rhein: von Zabern, 1987) und die Webseite HMEPA.

 

Links:

Hellenikon Hemerologion

HMEPA

Sacred Attic Calendar

Kalender des YSEE

Attic Calendar by Hellenismo

Baring the Aegis