Die Struktur der göttlichen Hierarchien – Allgemein

Empedotimos: «Η ΔΟΜΗ ΤΩΝ ΘΕΙΩΝ ΤΑΞΕΩΝ – Γενικά», in: empedotimos.blogspot (März 2008). URL: https://empedotimos.blogspot.com/2008/03/blog-post.html (zuletzt abgerufen am 18.04.2020). Aus dem Griechischen ins Deutsche von Stilian Korovilas.

Bekanntlich hat die Manifestation zwei Verläufe. Die eine ist überseiend und hat mit der Manifestation der ursprünglichen Götter (Henaden) zu tun, und die andere hat mit der ontischen Manifestation der Götter zu tun.

Sowohl die Henaden als auch ihre ontischen Manifestationen haben die folgende Struktur:

– Noetische Ordnung
– Noetische und noerische Ordnung
– Noerische Ordnung

Alle oben genannten Ordnungen (taxeis) bilden die übersinnliche oder intelligible Welt oder die Sphäre des Empedokles.

In der sinnlichen Welt haben wir die:

– Hyperkosmische Ordnung
– Hyperkosmische und enkosmische Ordnung
– Enkosmische Ordnung

Was die Götter (Henaden) betrifft, so manifestieren sich diese in diesen unterschiedlichen Ordnungen. Ihre Manifestation hat die Differenzierung der ontischen Ebene zum Ergebnis, und auf diese Weise nehmen wir ihre Existenz wahr.

Alle Götter sind noetisch, heißt sie existieren auf der höchsten Ebene, manifestieren sich aber später in verschiedenen Hierarchien.

Die Geburt der Götter, die in unserer Mythologie erwähnt wird, bedeutet nicht, dass es diese Götter, deren Geburt beschrieben wird, vorher nicht gegeben hätte.

In seinem «Über die Götter und die Welt» (Kap. IV) macht Sallustios deutlich: die theologischen Mythen beziehen sich auf die ESSENZ [Ousia] der Götter.

Zum Beispiel erscheint Zeus, wie wir sehen werden, zuerst auf der Ebene der noerischen Götter (Kronos und Rhea), wo die Mythologie ihn auf die Welt kommen lässt. Die Geburt des Zeus bedeutet jedoch nicht, dass Zeus auf einer höheren Ebene nicht existiert. Auf dieser Ebene tritt er lediglich ontisch in Erscheinung und stellt eine Beziehung zu den anderen Göttern her. Besonders Zeus stellt, wie wir sehen werden, besondere Beziehungen zu den Göttern her, zumal er die Pflichten eines Demiurgen übernimmt.

Zeus manifestiert sich auch auf den unteren Hierarchien, wie es Zeus auch auf der Ebene der göttlichen Seelen, Daimonen und Heroen gibt. Die Manifestation eines jeden Gottes führt in jeder Taxis (Ebene) zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Es gibt also eine Reihe von Manifestationen der Götter. In der sinnlichen Welt, unter den enkosmischen Göttern, gibt es göttliche Seelen, Boten, Daimonen, Heroen und unter diesen die menschlichen Seelen, die sich in gewisser Weise in der Gruppe eines Gottes eingliedern.
So wird verständlich, weshalb ein jeder von uns eine besondere Sympathie für einen bestimmten Gott hegt.

Die Tiere, Pflanzen und Mineralien sind in allen Gruppen der unteren Ebene zu finden.

Deshalb gibt es für jeden Gott ein heiliges Tier, eine Pflanze und ein Mineral.
In der apollonischen Gruppe ist der Gott (Henade) Apollon eingeordnet, der hyperkosmische Apollon, der hyperkosmisch-enkosmische Apollon, der enkosmische Apollon, apollonische göttliche Seelen, Daimonen, Heroen, menschliche Seelen, der Hahn, der Löwe, der Heliotrop, der Lotus, das Gold.

Laut der Theorie der Sympathie «ziehen» die Tiere, Pflanzen und Mineralien, weil sie Symbole des jeweiligen Gottes sind, mit ihrer Anwesenheit die entsprechenden Götter und deren Gefolge an. Folglich unterstützen sie uns, wenn wir sie verwenden, beim Kontakt mit dem entsprechenden Gott. Das ist auch die Grundlage der Theurgie.

Zur Person: Vyron Zattas, bekannt als Empedotimos, ist ein hellenischer Autor und Blogger, der an der Fakultät für Physik und Mathematik der Universität Athen studierte und aufgrund seiner Artikel über die platonische Philosophie und die archäologischen Ausgrabungen in Amphipolis einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangte. Empedotimos gehört zur Schule der Orphisch-pythagoreisch-platonischen Philosophie (OPPP). Durch seinen Blog hat er die OPPP in Griechenland bekannt und einer breiteren Masse zugänglich gemacht.