Griechenlands erstes Krematorium

Griechenlands erstes Krematorium nimmt in wenigen Tagen seinen Betrieb auf,[1] trotz des jahrelangen Protests und Drucks seitens der orthodoxen Kirche.[2] Viele Menschen haben für das Recht auf Feuerbestattung in Griechenland gekämpft, darunter auch die ethnischen Hellenen. Nun ist es endlich soweit. In wenigen Tagen wird das erste Krematorium Griechenlands, das sich in der Nähe von Athen befindet, seine Arbeit aufnehmen. Von nun an werden die Menschen in Griechenland nicht mehr gezwungen sein, ihre Toten nach Bulgarien zu schicken, damit sie dort in Würde eingeäschert werden können.[3] Diese Tage werden bald der Geschichte angehören. Und das ist nur den vielen Menschen zu verdanken, die der Kirche und der Politik die Stirn geboten und für ihr Recht auf Feuerbestattung gekämpft haben.

Seit 1946 wird über die Möglichkeit der Feuerbestattung in Griechenland debattiert.[4] Bisher scheiterte jedes entsprechende Projekt am Widerstand der Kirche.[5] In den letzten Jahren hat sich jedoch die Feuerbestattung als Alternative zur herkömmlichen Erdbestattung etabliert und wird aus finanziellen, ökologischen und anderen Gründen immer beliebter. Jetzt denken auch die Städte und Gemeinden in ganz Griechenland darüber nach, Krematorien zu bauen und somit auch für die Menschen die Möglichkeit der Feuerbestattung zu schaffen, die sich die Reise nach Athen vielleicht nicht leisten können. Der erste Stein wurde ins Rollen gebracht. Jetzt liegt es an den Gemeinden, den Mut aufzubringen, um das Selbstverständliche zu leisten.

  1. [1] Reader.gr: Ξεκινά η λειτουργία του πρώτου αποτεφρωτηρίου στην Ελλάδα – Όλες οι αντιδράσεις, τι λέει η Εκκλησία (vom 05.10.«2019»; zuletzt abgerufen am 05.10.«2019»)
  2. [2] Deutschlandfunk: Kein Segen für Feuerbestattungen (vom 11.11.«2014»; zuletzt abgerufen am 05.10.«2019»)
  3. [3] Neue Zürcher Zeitung: Für tote Griechen könnte die «letzte Reise nach Bulgarien» bald entfallen (vom 23.03.«2019»; zuletzt abgerufen am 05.10.«2019»)
  4. [4] Reader.gr
  5. [5] Deutschlandfunk: Frieden ohne Asche (vom 02.05.«2017»; zuletzt abgerufen am 05.10.«2019»)
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