Über die Götter und ihre Funktionen in der Welt

Über die Götter und ihre Funktionen in der Welt
Empedotimos: Notizen zur orphisch-pythagoreischen und platonischen Philosophie, Athen: Anichti Poli 2009. Auszug aus dem Buch, übersetzt von Stilian Ariston Korovilas.

Hermes ist der Förderer der Philosophie. Durch die Philosophie richtet er die Seelen auf und durch die Kraft der Dialektik erhebt er die universellen und individuellen Seelen zum Guten (agathón). Er zeichnet sich durch Symmetrie aus.

Aphrodite ist die Ursache der erotischen Inspiration und macht das aufgerichtete Leben mit der Schönheit (kállos) vertraut. Sie zeichnet sich durch Schönheit aus.

Apollon perfektioniert alles durch Musik, er führt alles zurück, indem er alles zusammen bewegt («homopolôn» = Zusammendreher) und mit Harmonie und Rhythmus zur noerischen (intellektuellen) Wahrheit bewegt. Er zeichnet sich durch Wahrheit aus. (Siehe Proklos, Platonische Theologie, 6. Buch, 97.8, Philebos 64c1-3)

Demeter erzeugt das innerkosmische, noerische und seelische Leben und jenes, das untrennbar von den Körpern ist.

Hera hält die Mitte und verursacht dadurch die Geburt der Seele.

Artemis setzt die natürlichen Bestimmungen in Gang und vervollständigt die unvollkommene Materie. Deshalb wird sie auch Feldwebel genannt (Λοχία), denn sie überwacht die natürliche Entwicklung und die Geburt. (Siehe Proklos, Platonische Theologie, 6. Buch, 97.8, Philebos 64c1-3)

Hestia hält die Existenz und die Essenz der Dinge rein.

Athena verleiht den Zwischenleben durch den Intellekt (noesis*) ihre Unerschütterlichkeit und hebt sie aus der Materie heraus. Dieser Vorgang wird in der Gigantomachie beschrieben. Proklos erwähnt die Entsymbolisierung der Gigantomachie in seinem Kommentar zum platonischen Parmenides (692,19).

Ares strahlt Kraft, Stärke und Festigkeit in die körperlichen Naturen aus. (Siehe Proklos, Platonische Theologie, 6. Buch, 97.8, Philebos 64c1-3)

Zeus lenkt die Seelen und Körper und trägt Sorge für alles.

Poseidon herrscht über die psychische Ordnung und ist Ursache der Bewegung und Geburt.

Hephaistos haucht die Natur in die Körper und schafft die innerkosmischen Sitze der Götter. (Siehe Proklos, Platonische Theologie, 6. Buch, 97.8, Philebos 64c1-3)

* Ausübung des Verstandes, das Denken

 

empedotimos
Notizen zur orphisch-pythagoreischen und platonischen Philosophie
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