Bali, eine moderne polytheistische Kultur

Marios Verettas: «Bali, eine moderne polytheistischen Gesellschaft», in: ekatevolos.ysee (Programm September-Dezember «2003»), zuletzt abgerufen am: 27. Metageitnion des 4. Jahres der 698. Olympiade / 30. August 2016. Aus dem Griechischen ins Deutsche von Stilian Ariston.

«Bali, eine moderne polytheistische Gesellschaft»

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Auszug aus dem Vortrag des Epikureers und Publizisten Marios Verettas.

Bali, die Insel der Götter, ist eine kleine Insel irgendwo zwischen dem Indischen Ozean und der Javasee, ein paar Meilen südlich am Äquator… Es ist eine kleine Insel mit einer eigenen modernen, lebendigen, polytheistischen Kultur… Eine kleine Insel, die damit glücklich zu sein scheint, im ewigen Laufe der Zeit ihrem eigenen Traum zu folgen… Das ist Bali! Bali bildet im muslimischen Indonesien eine «religiöse Oase» und ist eine der wenigen Gesellschaften, in denen die Religion eine wichtige Rolle im sozialen und persönlichen Leben der Menschen spielt. Die unerschöpfliche Schönheit, die bunte Vielfalt der unzähligen religiösen Zeremonien und Opfergaben an die Götter, die fast kein Ende nehmen, lassen erkennen, dass Bali uns nach wie vor zeigen kann, wie der säkulare Menschen mit einer polytheistischen Gesellschaft harmonieren kann. Obwohl die Balinesen in einer üppig vegetierenden Landschaft leben, respektieren sie die Natur (so ist z.B. das Fällen von Bäumen verboten), sogar ihr Haus nimmt nur einen kleinen Teil des Grundstücks in Anspruch und ist in der Regel eine einfache Konstruktion mit einem Strohdach und ohne Wände.

Die Stärke ihrer Religion und ihrer Tradition ist der Hauptgrund, weshalb sie ihre Kultur unabhängig von äußeren Einflüssen bewahren können. Der Alltag in Bali ist geprägt von sozialen und religiösen Pflichten; die Kunst ist harmonisch in die Umwelt, Religion und Gesellschaft eingebunden, und jeder einzelne ist ein aktives Mitglied dieser Gesellschaft. Die meisten Tempel in Bali bestehen aus ummauerten offenen Höfen, wo Menschen direkt mit den Göttern und ihren Vorfahren kommunizieren können. In Bali gibt es mehr als 100.000 Tempel und Schreine. In jedem Haus und auf den Reisfeldern steht mindestens ein Schrein.

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