Weihung des Altars

Labrys: «Καθιέρωση Βωμού», in: Labrys (Τελετές), Stand: 04. Januar 2012. Zuletzt abgerufen am 20. abnehmenden Thargelion des 3. Jahres der 698. Olympiade / 27.05.2016.

Weihung des Altars

Der Altar steht im Mittelpunkt unserer Kultpraxis.

Er ist sozusagen eine «Kommunikationsbrücke» zwischen den Sterblichen und den Unsterblichen.

Die Inbetriebnahme eines neuen Altars beginnt mit seiner Einweihung. Der Altar ist in der Regel nach Osten ausgerichtet, sodass er die ersten Strahlen der Sonne bei ihrem täglichen Aufgang aufnimmt. Seine Weihung erfolgt durch eine spezielle Zeremonie und die wird von Priestern und Priesterinnen verrichtet, die angemessen vorbereitet sind auf solch eine sakrale Handlung, mit der die Heiligkeit des Altars für die Zukunft sichergestellt und den Menschen geholfen wird, unbehelligt von den Sorgen und Ablenkungen des Alltags an den standardisierten Riten teilzunehmen.

Altäre werden einzelnen Göttern, Götterpaaren oder allen Göttern gewidmet. Die Weihung des Altars kann durch den Gebrauch der vier Elemente erfolgen, d.h. durch den Gebrauch der vier Zustände der Materie auf unserer Erde unter «Mitwirkung» des jeweiligen Gottes.

Die vier Elemente Erde, Wasser, Luft und Feuer bilden die fundamentalen Bausteine unserer Existenz. Die Erde und das Wasser werden als weiblich, während die Luft und das Feuer als männlich betrachtet werden. Jedes Element wird den Kräften und Manifestationen des Göttlichen auf unserer Erde zugeordnet.

Ihre Ausrichtung ist wie folgt definiert:

Im Osten platzieren wir das Element des Feuers (Apollon),

im Westen das der Erde (Gäa-Demeter),

im Norden das Element Luft (Hermes) und

im Süden das Element des Wassers (Aphrodite).

Wir errichten den Altar und legen die vier Elemente um ihn herum wie oben angegeben.

Westlich neben dem Altar platzieren wir einen Behälter, vorzugsweise aus Ton, den wir mit Erde vom Ort füllen, an dem wir den Altar aufgestellt haben.

Östlich davon zünden wir ein kleines Feuer oder eine Fackel.

Nördlich neben dem Altar brennen wir Weihrauch auf einem Dreifuß oder ein anderes Gefäß.

Im Süden platzieren wir ein Tongefäß mit Wasser aus einer Quelle oder aus dem Meer.

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Wir beginnen die Einweihung mit dem Element Erde, indem wir im Uhrzeigersinn um den Altar kreisen und ihn mit Erde bestreuen, bis wir eine vollständige Umdrehung gemacht haben. Wir machen mit dem Element Wasser im Uhrzeigersinn weiter und besprenkeln den Altar mit Wasser. Es folgt das Element Luft und mit dem Feuer schließen wir den Tanz der Elemente ab.

In einem anderen, äußeren Kreis bewegen wir uns gegen den Uhrzeigersinn, den Gott / die Götter anrufend, dem oder denen wir den Altar weihen. Währenddessen spenden wir die entsprechenden Opfergaben. Unabhängig von der Berieselung des Altars, lassen wir während des gesamten Vorgangs die entsprechende Libation des jeweiligen Gottes fließen.

Nachdem ein Element um den Altar getragen wurde, intonieren wir die angebrachte Anrufung.

Nach Abschluss der Weihung wird unser Altar der Kultgemeinschaft übergeben, bereit, dem sakralen Geschehen eine «Brücke» zu sein.

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