Katharsis – Rituelle Reinigung

Labrys: Καθαρμός, in: Labrys (Τελετές), Stand: 25. Oktober 2011. Zuletzt abgerufen am 20. Fthinon Thargelion des 3. Jahres der 698. Olympiade / 27.05.2016.

Katharsis – Rituelle Reinigung

Kureten

Die rituelle Reinigung (katharmós) ist ein zentraler Akt in der hellenischen Religion. Mit diesem Ritus erreichen wir die Reinigung von Körper und Seele sowie des uns umgebenden Raumes. Reinigungsriten werden durchgeführt, wann und wo wir dies als notwendig erachten. Wird die Reinigung von einer anderen Zeremonie begleitet, geht sie ihr immer voraus. Die Katharsis wird hauptsächlich mit den reinigenden Naturelementen Feuer, Wasser und Luft durchgeführt. Katharsis bedeutet Sühne und Versöhnung.

Bevor wir zum kathartischen Ritus übergehen, stimmen wir unseren Körper mit einem Ritualbad und möglichst giftstofffreier Nahrung darauf ein. Während des Ritualablaufs finden wir durch die kathartische Wirkung auf den Raum, den Körper und die Seele inneren Frieden (Galene) und bereiten uns auf den Kontakt mit dem Göttlichen vor.

Bevor wir zum kathartischen Ritus übergehen, stimmen wir unseren Körper mit einem Ritualbad und möglichst giftstofffreier Nahrung darauf ein. Während des Ritualablaufs finden wir durch die kathartische Wirkung auf den Raum, den Körper und die Seele inneren Frieden (Galene) und bereiten uns auf den Kontakt mit dem Göttlichen vor.

Für den kathartischen Akt verwenden wir Feuer, Wasser, Kupfer, Schwefel, Salz, Rosmarin und Weihrauch.

* Dieser Ritus stellt eine Anleitung für eine Reinigungszeremonie dar, die in erster Linie auf die innere Reinigung vor dem Gebet oder einem anderen häuslichen Ritus abzielt. Es gibt unterschiedliche Fälle, in denen eine Reinigung notwendig ist und je nach Lage werden andere Methoden oder Riten angewandt. Eine weitere Analyse folgt in einem extra Artikel.

Beginn

«Die kupferlärmenden Kureten,
den tapferen Ares und den kathartischen Apollon
rufe ich um Beistand im heiligen Katharmós.»

Hymne der Kureten

«Kupferlärmende Kureten,
Bewohner von Himmel, Erd und Meer,
Lebensspendende Winde,
erhabene Helfer der Welt,
ihr wendet ab die Gefahr
vom Leben der Menschen.
Unsterbliche Kureten,
Träger der Areswaffen,
die ihr steigt dröhnend auf die Erde hinab,
schreckt die wilden Tiere!
Unsterbliche Götter,
die ihr das Geschlecht der Sterblichen nährt,
mächtige Kureten,
des Zeus herrschende Söhne,
nie versiegende Winde,
Seelennährende, Windgestalten, Retter.
Ich rufe euch an,
so kommet gerüstet mit dem Schilde
wohlwollende Wächter über den Ort …,
Eintracht, gute Ordnung und Frieden bringend
in unser gemeinsames Zusammenleben!
Herakles-Päonäos-Epimides-Iasios und Ida!»

Wir benetzen den Raum und die Anwesenden mit Wasser mit Hilfe eines Rosmarinzweiges.

Hymne des Ares

«Übergewaltiger Ares,
tapferer Wagenstreiter im Goldhelm,
Du erzgerüsteter Retter der Städte,
handstark und unermüdlich,
speergewaltiger Schirm des Olympos,
Zwingherr widriger Mächte,
Führer gerechtester Männer,
des Mutes Zepterbesitzer,
die feurige Scheibe bewegend.
Erhöre mich, Helfer der Menschen.
Du Spender blühender Jugend,
strahle von den Höhen dein mildes Leuchten auf unser Dasein
und die Kraft, die kriegerische,
auf dass ich weit hinweg zu scheuchen vermag
die bittere Feigheit vom Haupte,
den trügerischen Trieben der Seele zu entgehe
und mir die Schärfe des Muts bewahre,
der mich wacker stürzen lässt
in das Grauen des Schlachtkampfs.
Oh Seliger, gib mir den Mut standhaft zu verweilen
in den sanften Sitten des Friedens,
feindlichem Waffengetümmel zu entgehn
und den gewaltsamen Ketten des Todes!»

Hymne des Apollon

«Ich erinnere mich an Apollon
den Fernweilenden,
und vergesse ihn nicht.
Seit alters her ist es heilige Sitte,
dich anzurufen.
So komm, Seliger, Nothelfer, Tityostöter,
Strahlender, des Ruhmes reich,
heilender Geber des Glücks.
Dein ist Saat und Gepflüg,
Pythier, Titan, delphischer Seher,
lichtbringende Gottheit.
Du überschaust ganz den unendlichen Äther
und von oben die glückselige Erde.
Die Sterne sind deine Augen,
zerstreust das Dunkel der Dämmerung,
lenkst mit dem Lorbeerzweig den Himmel.
Oh Apollon,
der du nicht jedem erscheinst,
sondern allein den Guten.
Groß ist, der dich gesehn,
nichtig, wer nicht.
Wir werden dich erblicken, oh Ferntreffer,
und in Zukunft nimmer nichtig sein.
Von deinen Haaren tropfen wohlduftende Öle auf die Erde,
die Heilung bringen.
Hekás, hekás, hóstis alitrós (sieben Mal).»**

**: «Hinfort, Hinfort die Frevler.»

(alitros kann auch mit unrein und listig übersetzt werden.)

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