Über die Altäre

YSEE: Περί Βωμών, in: ysee (Artikel-Archive), zuletzt abgerufen am: 15. Maimakterion 2792 / 27. November 2.015

Vorabveröffentlichung mit freundlicher Genehmigung aus der ausstehenden Publikation von Vlassis G. Rassias «Großes Lexikon des europäischen Polytheismus» (Verlag Anichti Poli).

Über die Altäre

(röm.: ara, Plural: arae)

Der Tempel bildet nicht das Zentrum in den Religionen der Ethniker, zumal dieser ein architektonisches Bauwerk ist, welches nicht die Wohnstätte einer numinosen Wesenheit darstellt, sondern als ein sicherer Aufbewahrungsort für heilige Gegenstände und Statuen fungiert. Der wahre Mittelpunkt unsrer väterlichen Religion ist der Altar (eine trapezförmige Konstruktion also, auf der den Göttern verschiedene «Hiera» dargeboten werden) und ihr hauptsächlicher Wesenszug die Opferhandlung, die auf die direkte Kommunikation mit den Göttern abzielt. Nach dem Aufkommen der Tempel wurden die Altäre vor dem Eingang der Ersteren, während andere für den so genannten Hauskult innerhalb der häuslichen Umzäunung errichtet wurden.

Auch kleine öffentliche Altäre hat es gegeben, auf denen Weihrauch verbrannt oder aromatische Trankopfer ausgegossen wurden. Die Altäre waren Orte des Asyls und wer auch immer sie berührte, galt als unantastbar, wie jemand «der die Hand der Götter hielt».

Die Einweihung eines neuen Altars wird von der so genannten «καθιέρωσή» (Weihung) begleitet, d.h. von einer Einladung an das Göttliche, diesen bestimmten Altar als ein «Tor» von der Welt der Sterblichen zur Welt der Unsterblichen und umgekehrt anzuerkennen …

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