Gaia, sie ist unsre Mutter

Gaia, sie ist unser aller Mutter
Stilian Ariston, 29. Metagitnion 2791

Wir ehren die Erde, unsere Mutter. Ja, wir ehren Gaia, sie ist unsre Mutter.
Sie nährt und kleidet uns;
ihre Schönheit bereitet Freude, erquickt Jung und Alt,
ihre Farben beleben, ihr Atem und Beben tröstet über trostlose Pfade hinweg,
Pflanzen aus ihrem Innern heilen.
Für alle Lebewesen sorgt sie, unermüdlich,
die Heimat aller ist sie.
Zu denken gibt sie, Rätsel viele,
streichelt die Sinne,
schwer, ihrer Glorie nicht zu erliegen.
Viel Daimonisches nennt sie Zuhause.
Zahlreich sind ihre Gaben,
viele Wege kennt sie.
Leben gibt und nimmt sie wieder,
führt unsre Sterblichkeit vor Augen,
aus ihr Sinn, das Wesentliche zu erkennen.
Ihr Herbst bereitet den Schlaf,
nachdem die Ernte eingefahren,
entlockt der Seele ihr Sehnen;
tiefe Trauer des pochenden Herzens, der Winter verschüttet,
taut im Frühling, schmelzender Schnee, Gewässer,
es sich in den Sommer stürzt, nun Dunst geworden,
aufwärts treibt.
Gestürzt vom Himmel auf die Erde hinab,
Knospen blühen, die Bienen summen,
Regen fällt auf Haut und Haar,
zu versiegen den quälenden Durst;
grüne Wiesen, goldne Felder,
wohin das Auge reicht,
duftende Farben in die Nacht geleiten;
das Leben nimmt seinen Lauf,
sein letzter Traum,
ein Hauch,
ihren Tiefen anvertraut,
still geworden,
bevor die Seele in den Tanz mit dem Leib gesogen.

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