Anerkennung religiöser Körperschaften

Von Stilian Ariston,

26. Maimakterion 2790.

Am 7. «Oktober 2014» wurde im griechischen Parlament das neue Gesetz 4301/2014 zur Regelung der staatlichen Anerkennung von Religionsgemeinschaften verabschiedet. Das strittige Gesetz erregte die Gemüter, auch in der hellenischen Gemeinde. Religionsgemeinschaften mit über 300 Mitglieder können den Status einer anerkannten religiösen Körperschaft erlangen, wenn die jeweilige Gemeinschaft einen entsprechenden Antrag auf Anerkennung stellt und über 300 Unterschriften von Mitgliedern sammeln kann, die in der näheren Umgebung wohnhaft sind. Während alle nicht-orthodoxen Religionsgemmeinschaften bisher nur toleriert wurden, soll ihnen die Gesetzesänderung Anerkennung und Schutz durch den Staat zusichern. Doch diese Anerkennung betrifft nur die Religionsgemeinschaften, nicht aber ihre Religion. Das ist der Haken an der Geschichte. So kann zum Beispiel der YSEE als Träger der eingeborenen hellenischen Religion anerkannt werden, doch dem Hellenismos wird weiterhin jede Möglichkeit auf eine Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts verwehrt, wie allen anderen Religionen auch.

Für das, bezüglich der Religionsfreiheit, rückständige Griechenland bedeutet das neue Gesetz eine Modernisierung. Das Gesetz wird von hellenischen Gemeinschaft in Anspruch genommen, trotz deutlicher Kritik am Entwurf, weil sie mit diesem deutlich besser gestellt sein werden, als ohne. In seiner Pressemitteilung Nr. 292 erklärt der YSEE, er werde allein deshalb von diesem Gesetz Gebrauch machen, um die rechtliche Lage des Hellenismos auszubauen. An seiner Hauptforderung nach einer Anerkennung des Hellenismos als Körperschaft des öffentlichen Rechts, nicht bloß seiner selbst als Repräsentant der hellenischen Tradition, hält er weiterhin fest und betrachtet das neue Gesetz allenfalls als eine Übergangslösung, ein Weg zum eigentlichen Ziel.

Hellenische Gemeinschaften, die einen Antrag auf Anerkennung stellen und ihn mit wahrscheinlicher Sicherheit auch gestattet bekommen werden, sind YSEE, Labrys und Ellinais. Ellinais hat bisher den Status einer «kulturellen Vereinigung aus religiösen Gründen». In den Augen seiner Hohepriesterin Doretta Peppa, käme dies de facto einer Anerkennung der griechischen Religion gleich. Juristisch gesehen ist dem aber nicht so. Zeit also, dieser Situation Abhilfe zu schaffen.

Advertisements