Die hellenische Tradition – Von Julianos bis heute

Von Stilian Ariston, 13. Memakterion 2790.

Im folgenden Artikel werden die Glieder der Kette aufgereiht, die bis in unsere Zeit reichen und der hellenischen Tradition ein starkes Fundament für die Zukunft verleihen. Es sind diese Glieder einer langen Kette, denen der heutige Hellenismos sein selbstbewusstes Selbstverständnis und Auftreten verdankt. Dieses Selbstverständnis würde es nicht geben, hätten nicht andere dafür gesorgt, dass die Fackel weitergereicht wird, die Menschen-Kette der Rehellenisierung nicht gänzlich abreißt. Dieser Kette, diesen vielen bekannten und unbekannten Mit-Gliedern, welche auf eigene Gefahr große Mühen und Opfer auf sich nahmen, eine verfolgte Kulturtradition zu bewahren und weiter zu geben, verdanken wir ethnischen Hellenen unsere Identität. Wir ehren sie und gedenken ihrer in tiefer Dankbarkeit.

Die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Um den Lesefluss zu erleichtern, wurde der Text nach den Jahrhunderten der christlichen Zeitrechnung unterteilt.

Ⓒ Thyrsos
Ⓒ Thyrsos

 

4. JAHRHUNDERT

Flavios Klaudios Iulianos (331-363)
Oreibasios (325-403)
Maximos aus Ephesos (310-372)
Sallustios
Eustathios
Aedesios
Antoninos
Asklepiades der Kyniker
Heraklios der Kyniker
Nymphidianos aus Smyrna
Sopatros von Apameia
Priskos aus Epirus (305-395)
Libanios (314-393)
Präfekt Paulinus
Hypatia (355-415)
Helladios von Alexandria
Macrobios (390-?)
Sosipatra (300-36?)
Chrysantios aus Sardes (310-390)
Themistios (317-388)
Eunapios von Sardes (347-nach 414)
Plutarch von Athen (350-432)
Dexippos

5. JAHRHUNDERT

Nonnos von Panopolis
Johannes Stobaios
Hierokles von Alexandria
Olympiodoros der Ältere
Sallustios aus Emesa
Troilos von Konstantinopel
Syrianos (437)
Isidor (450-526)
Aristoteliker Uranios
Proklos Diadochos (412-485)
Domninos von Larisa
Hermeias von Alexandria
Aedesia
Heliodoros von Alexandria
Hierios
Asklepigenia
Archiadas
Perikles von Lydien
Marinos von Neapolis (440-486)
Zenodotos
Heraiskos
Asklepiades
Ammonios Hermeiou (440/450-nach 517)
Pamprepios
Zosimos

6. JAHRHUNDERT

Hegias
Agapios von Athen
Asklepiodotos von Alexandria
Priskianos Lydos
Damaskios (462-538)
Simplikios (480/490-550)
Eulamios
Asklepios von Tralleis
Eutokios
Olympiodoros der Jüngere
Prokopios von Caesarea (500-562)
Referendarius Makedonios
Quästor Thomas
Pagesios
Präfekt Asklepiodotos
Phokas
Johannes Lydos (490-560)
Priester Rufin
Anatolius
Akindynos

7.-9. JAHRHUNDERT

Bereits im siebten Jahrhundert flohen kleinasiatische Hellenen aus den Städten und ließen sich in abgelegene Gebiete nieder. Es sind keine weiteren Namen aus dieser Zeit bekannt.

10. JAHRHUNDERT

Der Widerstand der letzten freien Hellenen bricht zusammen. Mani im südlichen Lakonien fällt an die Byzantiner. Unter dem Ansturm des Islam findet auch die hellenische Tradition in Carrhae ein jähes Ende.

15. JAHRHUNDERT

Georgios Gemistos-Plethon (1355/1360-1452)
Juvenalios (1380–1451)
Demetrios Raoul Kabakes (1397-1487)
Manilius Marullus
Michael Marullus (1458-1500)

Die hellenischen Stratioten (15. bis 18. Jahrhundert)

16. JAHRHUNDERT

Helysios Kallentzis

Wirkphase der geheimen hellenischen «Attischen Gesellschaft» der Stratioten (nach Konstantinos Sathas).

18. JAHRHUNDERT

Hellenische Revolution im Rahmen der kurzlebigen Franzosenherrschaft auf den Ionischen Inseln (Juni 1797 bis März 1799).

Die hellenischen Jakobiner auf den Eptanisa werden vom russisch-osmanischen Militärbündnis unter der Führung von Admiral Fjodor F. Uschakow und Kadir Bey geschlagen. Ihre Hauptforderungen bestanden in der Einführung der Demokratie und des Sozialismus, dem Verbot des Christentums und der Wiederherstellung der hellenischen Religion und der Olympischen Spiele.

19. JAHRHUNDERT

Der britische Antiquitätenräuber Edward Clarke eignet sich unter Billigung der Osmanen die heilige Statue des Demeter-Kults im Dorf Eleusis bei Athen an und setzt damit dem Kult der Göttin im Jahr 1801 ein Ende.

Louis Ménard (1822-1901)
Nikolaos Politis (1852-1921)

20. JAHRHUNDERT

Vlassis G. Rassias (1959-2019)
Christos Pandion Panopoulos (geb. 1977)

Erste öffentliche Orthopraxie im Jahre 1987 durch das hellenische Bündnis DIIPETES.

Gründung des ersten hellenischen Magazins «DIIPETES: Für die Verteidigung der antiken Seele» (1991-2012). Das Magazin hat 100 Ausgaben und drei Bücher herausgegeben.

Gründung des hellenischen Verlags «Anichti Poli».

Zusammenschluss mehrerer hellenischer Kollektive zum Obersten Rat der ethnischen Hellenen (YSEE).

Gründung der philosophischen Einrichtung «Athenaeum Hekatevolos», wo regelmäßig Seminare abgehalten werden (Philosophie, Geschichte, Mythologie, Astrophysik u.a.)

Mitgründung des Europäischen Kongresses ethnischer Religion (ECER, früher WCER) durch den YSEE.

21. JAHRHUNDERT

Gründung der Kultgemeinschaft LABRYS.

Gründung der «Mythologischen Werkstatt für Kinder», eine Art hellenische Proto-Schule, unter der Schirmherrschaft des YSEE. Die «Mythologische Werkstatt für Kinder» beteiligt sich am jährlichen «Athens Science Festival» mit eigenen Projekten.

Gründung der Seminars «Thymele – Theaterpädagogik für Kinder» unter der Schirmherrschaft des YSEE.

Gründung der «Kurse in Altgriechisch» (für Erwachsene) unter der Aufsicht der Soziologin und Philosophin Frau Dr. Ourania Toutountzi und der Schirmherrschaft des YSEE.

Gründung des YSEE Zypern. Außerhalb des Dorfes Lymbia bei Nikosia wurde mit dem Bau eines Zeustempel begonnen.

Gründung des Hellenic Council YSEE of America mit Sitz in Astoria, New York.

Anerkennung des Hellenismos als «bekannte Religion» unter dem Namen «Hellenische Ethnische Religion» in Griechenland. Staatliche Anerkennung der Kulträumlichkeiten des YSEE in Athen als «Heiligtum der hellenischen ethnischen Religion».

Vertretung des Hellenismos auf dem Weltparlament der Religionen (Toronto 2018).