Christliche Massenmorde an den Hellenen

Im Artikel vom 29. «Oktober 2014» habe ich die Namen und Todesdaten von Hellenen veröffentlicht, die vom Christentum (Kirche, Römisches Reich) gefoltert und getötet wurden. Dieser Artikel jedoch ist den vielen namenlosen hellenischen Opfern des Christentums gewidmet, welche in verschiedenen Massakern ihr Leben lassen mussten, deren Namen aus dem Buch der Geschichte gestrichen wurde, wie ihr Leben selbst. (Alle, die sich eingehender mit dem hellenischen Genozid befassen möchten, werden auf die Lektüre der empfohlenen Literatur am Ende des Artikels verwiesen.)

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Unter Konstantin dem «Großen» sterben 324 die Priester des Apollon-Orakel in Milet den Foltertod.

Vermeintliche «Seher» und «Magier» werden 335 gekreuzigt oder enthauptet, unter ihnen der Neuplatoniker Sopatros I. Sopatros wird zum ersten namentlichen Opfer der «christlichen Nächstenliebe».

In der zweiten Hälfte des 4. Jh. ruinieren Massen fanatischer Christen in den östlichen Provinzen die Tempel der Götter und fallen dabei nicht selten «blutig über die Altgläubigen» her, die noch Widerstand leisten können (Deschner Bd. 2, S. 209). (Nach Kaiser Julians Tod steht die Vernichtung hellenischer Heiligtümer, aber auch die Niederbrennung von Bibliotheken an der Tagesordnung.)

359 wird Scythopolis in Syrien von den Christen zum Konzentrationslager gemacht. Ethniker aus dem ganzen Römischen Reich werden dort gefoltert und hingerichtet. Unzählige Ethniker, nicht nur Hellenen, verlieren in den Todeslagern bei Scythopolis ihr leben. Zwischen 385 und 388 werden Tausende ermordet.

370 lässt Kaiser Valens den früheren Statthalter von Antiochien Fidustius und die Priester Hilarius und Patricius über die Klinge springen.

Im Februar des Jahres 387 entsteht ein Volksaufruhr in Antiochien. Der Grund ist eine erhöhte Steuerforderung unter Kaiser Theodosius. Die von Hungersnöten gepeinigten Bewohner erheben sich und brennen einen Palast nieder. Daraufhin schreitet die Staatsgewalt ein und wütet wie ein Orkan mit blutverschmierten Schwertern in der ganzen Stadt. Erwachsene sowie Kinder werden enthauptet, lebendig verbrannt oder wilden Tieren vorgeworfen. Antiochien, früher ein Zentrum hellenischer Bildungstradition, degeneriert zum Schlachthaus.

Bereits wegen der Stationierung germanischer Truppen in Thessaloniki bedrückt, regt die Verhaftung eines beliebten homosexuellen Wagenlenkers im Frühjahr 390 in Thessaloniki das Volk zum Aufruhr an. Dieser wollte ein Verhältnis zum Mundschenk des kaiserlichen Heermeisters Butherich eingehen, der den Wagenlenker prompt einkerkern ließ. (Die Homosexualität wurde im März 390 verboten.) Die Bevölkerung von Thessaloniki begehrt auf; es entsteht ein Tumult, in dessen Verlauf der Ostgermane Butherich getötet wird. Daraufhin befiehlt der Kaiser eine Vergeltungsmaßnahme, die er später widerrufen lässt, wohl ob drohender Steuereinbrüche infolge der Hinrichtungen besorgt. Doch seine Einsicht kommt zu spät. Die nichtsahnende Bevölkerung wird in den Zirkus gelockt, wo die Schlächter des Theodosius sie in Empfang nehmen. Sie drängen sie zusammen und dann metzeln sie stundenlang Männer, Frauen, Kinder, Greise, sogar Reisende und deren Kinder nieder. Die Zahl der Todesopfer beläuft sich auf 7 bis 15 Tausend. Das Ereignis ging als das Massaker von Thessaloniki in die Geschichte ein.

Die Mysterien von Samothrake finden 392 ein blutiges Ende, als die Priester der Mysterien massakriert werden. Bischof Epiphanios und der hl. Tychon wüten auf Zypern, zerstören unzählige Tempel und machen sich am Tod Tausender Ethniker schuldig.

Alarich, seit 391 Anführer der Goten, verletzt seinen Vertrag mit Theodosius. Daraufhin schickt Stilicho, ein Vandale und Heermeister in Rom, «Alarich im Frühjahr 395 zurück gen Osten, was dieser zum Anlaß für gründliche Plünderungen in Illyrien und Dalmatien nahm. Da überdies angesichts hunnischer Einfälle nach Thrakien den Goten ein Verbleib in den ihnen zugewiesenen Gebieten immer weniger ratsam erschien». Also ziehen sie nach Konstantinopel, wo Alarich mit Erpressungsgeldern ausgestattet, zurückgeschickt wird und nach Griechenland zieht, «wo er im Sommer 395 auf das Aufgebot des ihm nachgezogenen Stilicho traf. Nach monatelangen, gegenseitigem Belauern gingen beide Heere im Herbst 395, ohne daß es zu einer Schlacht gekommen wäre, auseinander», da Kaiser Arcadius «seine noch unter Stilichos Kommando stehenden oströmischen Truppenteile aus dem früheren Aufgebot gegen Eugenius nach Konstantinopel zurückrief» und Stilicho zurück nach Italien kehrte. Alarich sieht die Gelegenheit gekommen, Griechenland zu plündern. Der Christenheit kam dieser Umstand durchaus gelegen, wie der griechische Philologe Diamantis K. Koutoulas schreibt, denn Alarichs Raubzüge bedeuten für das noch polytheistische Griechenland seine bis dato größte Katastrophe. Mittelgriechenland, Attika, Sparta, Korinth, Argos und Eleusis werden von Alarich und von den ihn begleitenden Mönchsbanden in Schutt und Asche gelegt. (Brandt, S. 71-72). Abertausende Hellenen werden getötet oder in die Sklaverei getrieben, die Tempel demoliert und in Brand gesetzt. «Unter anderem brandschatzen sie das Eleusinische Heiligtum und verbrennen alle seine Priester sowie Hilarius, den Hierophanten des Mithras, bei lebendigem Leib» (Rassias). 

Sechs Jahre später (401) werden in Karthago die Tempel der «Götzen» vernichtet und viele Ethniker sterben durch die Hand des wütenden christlichen Mobs. In Gaza (Palästina) gab es einen angesehenen Tempel des Marnas-Zeus, «dessen Zerstörung der christliche Bischof von Gaza namens Porphyrius bei Arcadius erwirken wollte. Zwar scheint sich der Stadtrat von Gaza derartigen Eingriffen ins städtische Leben widersetzt zu haben, jedoch mit Hilfe der Kaisergattin Eudoxia und nach langwierigem zähen Antichambrieren bei Hofe erreichte Porphyrius bei dem Kaiser das gewünschte Ziel. Daraufhin zerstörten im Jahre 402 kaiserliche Soldaten alle heidnischen Tempel in Gaza und erstickten den Widerstand der Bevölkerung durch brutale Gewalt». Porphyrios und seine kriminellen Anhänger hinterlassen eine Schneise der Verwüstung (Hartwin Brandt S. 89-91).

408 ruinieren Christen den Tempel des Herakles in Calama/Guelma und provozieren damit einen Tumult. Viele Hellenen und andere Ethniker werden massakriert, so auch in Sufes, wo die Kirche bislang erhaltene Tempel und Götteridole zertrümmert, als ein blutiger Kampf dem christlichen Vernichtungseifer folgt. Augustinus äußert sich zynisch über die schwierige Lage der Ethniker und verhöhnt die Opfer.

Am 30. August, Monate nach der brutalen Ermordung der Platonikerin Hypatia im Frühjahr 415 in Alexandrien, «beginnen neuerliche Verfolgungen gegen alle heidnischen Priester von Nordafrika, die entweder gekreuzigt oder lebendig verbrannt werden» (Rassias). Im 5. Jahrhundert werden Altäre und Tempelanlagen in ganz Griechenland zerstört (440 bis 450). Doch trotz «einer 150 Jahre langen, systematischen Bekämpfung waren aber die alten Religionen noch so stark, daß Kaiser Theodosius (428) eine große Hellenenverfolgung anordnen mußte: Wer beim heidnischen Opfer betroffen wurde, verfiel dem Tode! So konnte in Kleinasien ein Bischof 70 000 Bekehrte taufen» (Deutsche Zeitschrift: unabhängige Monatshefte für die politische und geistige Gestaltung der Gegenwart, Band 40, Ausgaben 1-6, S. 138, München 1926).

Schenute von Atripe, ein fanatischer Abt und «der schlimmste Hasser der Hellenen» (Deschner Bd. 2, S. 210), plündert und zerstört Tempel und Götterbilder, weitet seinen verhängnisvollen Einfluss über ganz Oberägypten aus, und lobt währenddessen das Verbrechen; «so jauchzt er über den oft blutigen Verfolgungskrieg, den gerade zu seiner Zeit der christliche Pöbel gegen die letzten hellenischen Priester» führte (a.a.O.). Eines Nachts dringt er in das Haus des verreisten Aristokraten Gesios in Akhmin ein und zerschlägt seine Götterfiguren. Nach seiner Rückkehr steht Gesios vor den Trümmern seines Hausaltars und legt eine Beschwerde beim Gouverneur ein – kurz darauf «hat niemand wieder von ihm gehört» («Leben des Schenute»). Aber Schenute sucht nicht nur das Heim des Gesios heim, sondern «säubert» die ganze Gegend von den Statuen der Götter. Panopolis wird von Schenute und seiner Bande von Mönchen ausgeplündert, anschließend in Brand gesetzt und alle ihre Bewohner niedergemetzelt. Bei der Niederbrennung des großen Tempels von Panopolis wird auch der Anführer der Altgläubigen ermordet. Auf der «Enzyklopädie» Wikipedia wird Schenute verharmlost, seine Blutgier verschwiegen (Artikel «Schenute von Atripe», zuletzt abgerufen am 11.11.«2014»).

Nachdem ein verzweifelter Aufstand gegen die unheilige Allianz von Thron und Altar keine Früchte trägt, wird ab 482 bis 488 die «Mehrheit der Heiden von Kleinasien» ausgerottet. Nicht genug: Kaiser Anastasios lässt 515, ca. 30 Jahre nach der Ausrottung der Hellenen in Kleinasien, viele Hellenen und andere Ethniker massakrieren.

Im verhängnisvollen Jahr 528 der barbarischen Zeitrechnung befiehlt Kaiser Justinian «die Hinrichtung (durch Feuer, Kreuzigung, Zerstückeln durch wilde Tiere oder eiserne Nägel)» aller Magier, Seher und «Götzendiener» und verbietet den Ethnikern zu unterrichten («die unter der gotteslästerlichen Narrheit der Hellenen leiden»). Noch vor 529 verordnet Justinian die Zwangstaufe hellenischer Familien, entrechtet, vertreibt. Ab 529 werden hellenische Mediziner, Anwälte und Philosophen in Konstantinopel vertrieben, gefoltert, zwangsbekehrt oder hingerichtet. Die Inquisition für Hellenen wird ins Leben gerufen. 529 befiehlt Justinian die Schließung der Akademie von Athen, zuletzt unter der Leitung des Damaskios, die nicht, wie manche behaupten, bereits dem Untergang geweiht, dem Verfall entgegenblickte, im Gegenteil. Obwohl die Akademie geschlossen wurde, unterrichten manche hellenische Philosophen bis zum Ende des 6. Jhs. in Athen Philosophie.

Im Jahre 532 kommt es in Konstantinopel zum Nika-Aufstand, der vom 13. bis zum 18. Januar dauern wird. Das Volk wagt den Versuch, seine Freiheit wiederzuerlangen und sich von den Pranken Justinians zu befreien. Die Eingekerkerten, unter ihnen zahlreiche Hellenen, werden vom Volk befreit, Paläste und Kirchen in Flammen gelegt. Die Hagia Sophia wird geplündert, selbst das Leben von Justinian (hat die Gewissensfreiheit abgeschafft) und Theodora ist jetzt nicht mehr sicher. Doch Belisar und Narses «beruhigen» wieder die Situation, sprich: sie morden das Volk wahllos nieder und stellen auf diese Weise die alte Ordnung wieder her – auf den Rücken von 30.000-50.000 Menschen, mehrheitlich Christen und solche, die vorgaben, Christen zu sein. Aller Wahrscheinlichkeit nach liegt die Zahl der Todesopfer bei 30.000 bis 35.000 (Prokopios, Malalas, Johannes Lydos).

546, vierzehn Jahre nach dem Nika-Aufstand, kommen Hunderte von Hellenen in Konstantinopel durch den fanatischen Inquisitor Johannes Asiacus ums Leben. 556 befiehlt Justinian den Inquisitor Amantius nach Antiochien, «um die letzten Heiden der Stadt zu finden, foltern und auszurotten und alle privaten Bibliotheken niederzubrennen» (Rassias).

Im Juni 559 werden Bücher und Götterstatuen der Hellenen öffentlich den Flammen übergeben, die gefassten Hellenen kreuz und quer durch die Straßen der Stadt geschleift. 562 kommt es zu Massenverhaftungen, Verhöhnungen, Inhaftierungen, Folterungen und Hinrichtungen von Hellenen in Athen, Antiochia, Palmyra und Konstantinopel.

Im östlichen Teil des Imperiums werden Hellenen und andere Ethniker unerbittlich gefoltert und schließlich gekreuzigt. Auf Befehl von Kaiser Tiberios II. (578–582) kommt es 579 in Heliopolis (Baalbek) zu einem Polytheistenmassaker schrecklichen Ausmaßes. «Aussagen Gefolterter ergaben» die Existenz polytheistischer Zentren in verschiedenen Städten der östlichen Provinzen, besonders die einer geheimen Kultgemeinschaft in Antiochien – «die letzte Nachricht von einer heidnischen Religionsgemeinschaft» in dieser Stadt. Von den kaiserlichen Häschern verfolgt, schneidet sich der Oberpriester Antiochiens, Rufin, die Pulsadern auf, um einem noch schlimmeren Tod zu entgehen. Nicht so der Vizestatthalter der Provinz Osrhoene Anatolios und andere Hellenen, die nach Konstantinopel gebracht und dort dann auch verhört, aber unverhofft wieder frei gelassen werden. Aber das Volk «wittert» Bestechung, entbrennt in Zorn und macht die Straßen der Stadt mit Dolchen und Fackeln unsicher. Die Christenhorde kriegt einen Mann und eine Frau zu fassen, setzt sie in ein Kahn aufs Meer und verbrennt sie bei lebendigem Leib. Dieser Mord löst Verfolgungen in Kleinasien und Syrien aus. «Die Gefängnisse der Hauptstadt füllten sich» (Deschner, 3. Band, letztes Kapitel). Anatolios wird wieder eingekerkert, schließlich gefoltert und wilden Tieren vorgeworfen. Noch am Leben, wird er dann schließlich gekreuzigt, sein Leichnam durch die Stadt geschleift und schließlich in den städtischen Abfall geworfen. Der christliche Terrorismus «säubert» Konstantinopel von den Hellenen. Die Überlebenden bekehren sich zum Christentum, andere fliehen in schwer erreichbare Gegenden weit weg von Konstantinopel oder halten sich bedeckt.

Kaiser Maurikios befiehlt 601 die Christianisierung der Stadt Harran. Viele Ethniker werden gekreuzigt, unter ihnen auch der Kopf der Stadtwache Akindynos. Papst Gregor «der Große» ruft zur Säuberung gegen alle Kultstätten des «Götzendienstes» auf. Doch sollen die Terroristen bei ihrer Christenarbeit Vorsicht walten lassen, erst die Götterbildnisse in den Tempeln vernichten und auf ihren Platz Reliquien von «Heiligen» setzen, wodurch die Tempel vollends entweiht werden. Kirche und Thron halten weiterhin an ihrer Ethnozid-Politik fest. So verbietet die von Justinian II. einberufene Trullanische Synode die Feier der Brumalien, Anthesterien, die Tänze zu Ehren des Dionysos bei der Weinlese und die Wahrsagerei.

Die christlichen Terroristen entdecken 590 im Oströmischen Reich vermeintliche Verschwörungen, es folgt eine neue Welle «von Folterungen und Hinrichtungen». Ab  Beginn des 7. Jhs. dürfen die eingeborenen Traditionen von Kleinasien sicher verschwunden sein, getilgt vom Angesicht der Welt.

Die Glaubensgenossen der Christen, die Mohammedaner, schließen das letzte aktive Heiligtum der griechischen Götter und die vom Simplikios gegründete philosophische Akademie in Harran im Jahr 950. P. Chuvin sagt, dass in der Akademie weiterhin die hellenischen Kultriten ausgeübt und am Attischen Kalender festgehalten wurde. (Diesen übernahm später Plethon und machte ihn so zum hellenischen Allgemeingut.)

Mitte des 10. Jhs. (950-988) bricht die Romiosini den Widerstand der Lakonier von Mani, der letzten Bastion der Hellenen im Land ihrer Väter. Die Kultstätten der Götter wurden dem Erdboden gleichgemacht, die Maniaten gewaltsam christianisiert bzw. enthellenisiert und die Priester abgeschlachtet. Der Auftrag wird unter der Führung des hl. Nikon des «Bußpredigers» ausgeführt, dem die orthodoxe Kirche am 26. November gedenkt. Obendrein wurde Nikon zum Schutzpatron von Sparta ernannt. Noch im 13. Jh. zerstörten die Christen alte Tempel der Maniaten und verarbeiteten sie zu Baumaterial für ihre Kirchen, die heute noch in Mani stehen und an die Abschlussphase des hellenischen Ethnozids erinnern.

1452/3 wird der Personenkreis um Georgios Gemistos-Plethon verfolgt, sein Freund und Schüler, der frühere christliche Mönch Juvenalios, wird auf Anweisung des Patriarchen von Konstantinopel Gennadios Scholarios, der Erzfeind Plethons, gefoltert und getötet. In seinem Schreiben an die Inquisitoren ist Folter und Mord die christliche Nächstenliebe, die er allen verhassten «Hellenisten» angedeihen lassen will. Die Eroberung durch die Osmanen macht seiner Ausmerzung des Hellenismos ein Strich durch die Rechnung, lenkt sie doch seine ganze Aufmerksamkeit auf seine Verhandlung mit Mehmed II., der auf der Suche nach einem Anti-Unionisten ist und ihn in Scholarios findet. Wenige Tage nach der Eroberung von Konstantinopel führt Scholarios eine Prozession durch die Straßen der Stadt, an deren Ende er vor aller Augen von Mehmed II. empfangen und mit den Insignien seines Amtes gewappnet wird. Selbstverständlicherweise belegt er weiterhin das Amt des Patriarchen von Konstantinopel und dient als solcher unter dem wohlwollenden Blick der Pforte bis zu seinem Tod. Die Vision von der Wiederherstellung des Hellenentum schien verloren, doch lebte Plethons Vermächtnis in den «Stratioten» und im Attischen Geheimbund weiter. Plethon starb zwar, ohne seine Vision verwirklicht zu haben, doch war sein Kampf nicht vergebens – seine Saat blühte zur Renaissance auf.

Die Vision einer Wiederbelebung des Hellenentums sollte Jahrhunderte später wieder Feuer fangen. Im Rahmen der kurzweiligen Franzosenherrschaft auf den Ionischen Inseln (1797/8-1799), wurde von seitens der hellenischen Jakobiner die Abschaffung des christlichen Regimes und die Einführung des Sozialismus, der Demokratie und der «alten Religion» angestrengt (Vlassis G. Rassias: Ιακωβίνοι, «Λέσχη των Ιακωβίνων», mit Verweis auf Jovanovic S. 56, Goldstein und Kitromilidis, in Rassias: [Artikel], zuletzt abgerufen am 28.8.«2015»). Letztendlich wurde die ethnisch-hellenische Revolution auf den Ionischen Inseln durch die russisch-osmanische Seeflotte unter dem heiliggesprochenen Admiral F.F. Uschakow und mit Hilfe der Rhomäer blutig niedergeschlagen und die hellenischen Jakobiner verfolgt und getötet.

Viele Hundert Jahre später sollte der Hellenismos aus Plethons Werk und der hellenischen ethnischen Revolution von 1.799 neue Zuversicht schöpfen.

Stilian K. Ariston

 
 
 

Karlheinz Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums Band 1, Die Frühzeit: Von den Ursprüngen im Alten Testament bis zum Tod des hl. Augustinus (430). 6. Auflage, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag, 2006.

Karlheinz Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums Band 2: Die Spätantike: Von den katholischen »Kinderkaisern« bis zur Ausrottung der arianischen Wandalen und Ostgoten unter Justinian I. ( 527 – 565). 3. Auflage, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag, 2004.

Karlheinz Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums Band 3, Die Alte Kirche: Fälschung, Verdummung, Ausbeutung, Vernichtung. 3. Auflage, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag, 2006.

Pierre Chuvin, A Chronicle of the Last Pagans. Cambridge, MA /London: Harvard University Press, 1990.

Vlassis G. Rassias, Über die griechische Krankheit, Band 3: »Macht sie dem Erdboden gleich« (Ες Έδαφος Φέρειν), 3. überarbeitete Auflage, Athen: Anichti Poli, 2009.

Vlassis G. Rassias, Die Geschichte einer… Liebe: Die Geschichte des christlichen Siegeszugs (Μια.. Ιστορία Αγάπης. Η Ιστορία Της Χριστιανικής Επικρατήσεως ), 2. verb. Auflage, Athen: Anichti Poli, 2005. Band 1 und 2.

Diamantis K. Koutoulas, Byzanz gegen die hellenischen Ethniker (Το Βυζάντιο έναντι των Ελλήνων εθνικών), Thessaloniki: Dion, 1998.

Hartwin Brandt, Das Ende der Antike: Geschichte des spätrömischen Reiches. Orig.-Ausg., München: C. H. Beck, 2001.

Manfred Clauss, Alexandria: Schicksale einer antiken Weltstadt. Stuttgart, Klett-Cotta, 2003.

David Hernandez, The Greatest Story Ever Forged (Curse of the Christ Myth). Pittsburgh, Pennsylvania: Read Lead Press, 2009.

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