Liste der hellenischen «Märtyrer»

Liste der hellenischen «Märtyrer»

von Stilian Ariston

An dieser Stelle werden zukünftig alle namentlich bekannten vom Christentum ermordeten Hellenen chronologisch aufgelistet. Den Massenmorden wie das Massaker von Thessaloniki, die Massenmorde in Antiochien oder die Prozesse von Konstantinopel ist ein eigener Artikel vorbehalten. Todesjahr und -ursache wird angegeben, sofern bekannt. Den Morden lag nicht immer ein rein antihellenisches Motiv zugrunde, sondern auch die Habgier, Machtgelüste und der Neid der Täter.

Die Volksverhetzung, Vernichtungspropaganda und Verdummung der Bevölkerungen durch Priester, Mönche, Asketen und Laien des Jesus-Kultes mündete – mit tatkräftiger Unterstützung von Kirchenlehrern wie Ephräm, J. Chrysostomos, Porphyrios, Patriarch Theophilus und Patriarch Georgios von Alexandrien, Markellos, Parthenius, Zacharias Rhetor, Johannes von Ephesus u.a. – in der Ausrottung der römischen, hellenischen, ägyptischen und anderer Traditionen von Horden fanatisierter Christen. Im Vergleich zum Pöbel und seine (un)heiligen Anführer, legten manche Kaiser eine etwas mildere Verfolgung an den Tag. Es war aber die Kirche, die zur Vernichtung der ethnischen Traditionen trieb (Deschner, Band 3, S. 580). Sie stand hinter den Kaisern, ihren Verboten und Untaten.

tu

 

Sopatros I. (gest. in den 30ern des 4. Jh.), ermordet von Kaiser Konstantin. Todesart: Enthauptung.

Flavius Claudius Julianus (gest. 363),  wahr. ermordet von einem chr. Soldaten seines eigenen Heeres. Todesart: von einem Speer tödlich verletzt.

Philosoph Simonides (gest. 370), ermordet von Kaiser Valentinian I., Todesart: bei lebendigem Leib verbrannt.

Ex-Provinzstatthalter von Antiochien Fidustius, Pergamius und Vizekanzler Theodorus (gest. 370/1), ermordet von Kaiser Valens. (Seine Ermordung löste eine Hellenenverfolgung im griechischsprachigen Osten des Reiches aus.)

Priester Hilarius und Patricius (gest. 376), ermordet von Kaiser Valens. Todesart: Hinrichtung.

Maximos von Ephesos (gest. 372), ermordet von Kaiser Valens. Todesart: Enthauptung.

Stadtpräfekt Konstantinopels Proculus (6. Dezember 393), Sohn des Eutolmius Tatianus, ermordet durch Flavius Rufinus. Todesart: Enthauptung.

Mithras-Hierophant Hilarius (gest. 395), ermordet von Kaiser Arcadius. Todesart: zusammen mit allen hellenischen Priestern des Heilgtums von Eleusis lebendig verbrannt.

Hypatia von Alexandrien (gest. 415), ermordet von Patriarch von Alexandrien Kyrill und seiner Bande von Mönchen. Todesart: Steinigung, der Körper wurde anschließend in Stücke gerissen und verbrannt.

Aristokrat Gessios oder Gesius (gest. zw. 400-430), ermordet von Schenute von Artripe und seiner Bande von Mönchen.

Grammatiker Pamprepios (gest. 484), ermordet unter Kaiser Zenon. Todesart: wahr. Enthauptung.

Ex-Referendarius Makedonios (gest. 528), ermordet unter Kaiser Justinian.

Pagesios von Heliopolis samt seinen Kindern (gest. 528), ermordet unter Kaiser Justinian.

Präfekt Asklepiodotos (gest. 528), ermordet unter Kaiser Justinian.

Quaestor sacri palatii Thomas (gest. 528), ermordet unter Kaiser Justinian.

Patricius Phokas (gest. 528), ermordet unter Kaiser Justinian.

Oberpriester Antiochiens Rufinus (gest. 579/580), ermordet unter Kaiser Tiberios. Todesart: Um die Folter zu entgehen, schlitzte er sich die Pulsadern auf, bevor die Behörden ihn ergreifen konnten.

Repräsentant der Präfektur des Orients und Vizestatthalter der Provinz Osrhoene Anatolios (gest. 579/580), ermordet unter Kaiser Tiberios. Todesart: wilden Tieren vorgeworfen, Kreuzigung. Seine Leiche wurde durch die Straßen von Konstantinopel geschleift und in den Abfall geworfen.

Hegemon von Carrhae-Harran Akindynos (gest. 589), ermordet unter Kaiser Maurikios.

Plethons Mitstreiter Juvenalios (gest. 1452), ermordet im Auftrag des Patriarchen von Konstantinopel Scholarios. Todesart: Foltertod.


Literaturhinweise

Karlheinz Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums Band 1, Die Frühzeit: Von den Ursprüngen im Alten Testament bis zum Tod des hl. Augustinus (430). 6. Auflage, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag, 2006.

Karlheinz Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums Band 2: Die Spätantike: Von den katholischen «Kinderkaisern» bis zur Ausrottung der arianischen Wandalen und Ostgoten unter Justinian I. ( 527 – 565). 3. Auflage, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag, 2004.

Karlheinz Deschner, Kriminalgeschichte des Christentums Band 3, Die Alte Kirche: Fälschung, Verdummung, Ausbeutung, Vernichtung. 3. Auflage, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Verlag, 2006.

Pierre Chuvin, A Chronicle of the Last Pagans. Cambridge, MA /London: Harvard University Press, 1990.

Vlassis G. Rassias, Über die griechische Krankheit, Band 3: »Macht sie dem Erdboden gleich« (Ες Έδαφος Φέρειν), 3. überarbeitete Auflage, Athen: Anichti Poli, 2009.

Vlassis G. Rassias, Die Geschichte einer… Liebe: Die Geschichte des christlichen Siegeszugs (Μια.. Ιστορία Αγάπης. Η Ιστορία Της Χριστιανικής Επικρατήσεως ), 2. verb. Auflage, Athen: Anichti Poli, 2005. Band 1 und 2.

Hartwin Brandt, Das Ende der Antike: Geschichte des spätrömischen Reiches. Orig.-Ausg., München: C. H. Beck, 2001.

Advertisements