Ta Hiera (Die heiligen Kultgeräte)

Ta Hiera (Die heiligen Kultgeräte)

Viele fragen sich vielleicht, wie es bei den Hellenen daheim so aussieht. Oder, welche Dinge für den hellenischen Hauskult erforderlich sind. Der Hauskult ist der bedeutendste Teil der hellenischen Religion und ist im Alltag des Hellenen eingeflochten. Die Hellenen in Griechenland haben viel mehr Möglichkeiten, den Hauskult traditionell zu halten: es gibt viele Tourisengeschäfte mit Götterstatuen, Tripode etc. Außerdem hat nahe zu jede Wohnung – klimabedingt – ein Balkon, jedes Haus einen Garten. Die Altäre werden im Garten, wo Feuer gelegt werden kann, aufgestellt, die Statue der Hekate steht an der Schwelle zum Grundstück oder zum Hausinneren. In Ländern wie Deutschland müssen wir Modifikationen vornehmen, denn nicht jeder besitzt ein eigenes Haus oder Grundstück. Unten werden die für den Hauskult notwendigen Gegenstände aufgelistet. Jede ethnische Religion kennt lokale Besonderheiten, so auch der Hellenismos. (So kann Dionysos bei einer nordhellenischen Familie den Hausaltar mit den anderen Hausgöttern teilen.) Lokale Götter und Daimonen werden hier nicht berücksichtigt. Ich habe dem Text visuelle Beispiele in Gestalt von verlinkten Wörtern beigefügt, die auf Bilder und Videos auf YouTube verweisen. Die wichtigsten, also unverzichtbaren Gegenstände sind fett gedruckt. Es versteht sich von selbst, dass die meisten Kultgegenstände Repliken sind.

ΑΤΤΙΚΑ ΔΙΟΝΥΣΙΑ 2785 (2)
(Quelle: Labrys. Zu sehen sind eine Büste des Zeus, eine Labrys und ein Gefäß für Trankopfer.)

TA HIERA

Ein Podest oder schmale Steinsäule für die Kultbildnisse (ist nicht unbedingt notwendig).

Altar, eine Dekosäule (Kapitell, Sockel, Säule) im korinthischen, ionischen, dorischen oder anderen Stil; feuerfest und frostsicher, wenn im Freien aufgestellt. (Ob groß oder klein, das hängt von der Wohnungsgröße, Anzahl der Personen, die im Haushalt leben und den jeweiligen finanziellen Möglichkeiten eines jeden einzelnen ab.) Dazu evtl. ein kleiner heller (Opfer-)Tisch für den Altar, falls man nicht möchte, dass der Altar den Fußboden berührt (wenn ein großer steinerner Altar nicht infrage kommt; der Altar wird auf den Tisch gestellt). Der Altar befindet sich im Zentrum des Kults und steht an erster Stelle. Alternativ dazu: eine Pflanzentreppe oder Blumenbank mit Stufen.

Kleiner, kurzer Altar für die Chthonioi und Ahnen (damit er so nah wie möglich an der Erde ist). Auf diesen können wir Fotos von verstorbenen Verwandten, aber auch gewöhnliche Bilder von Julian oder Plethon aufstellen und ein Bild des Agathos Daimon (Schlangenmotiv) mit Rahmen oder eine Schlangenfigur aus Speckstein. Ein kleiner Becher aus Ton oder Keramik für die Sponde, die dem Guten Daimon beim Mittagessen dargebracht wird. Die chthonischen Götter und die Toten haben ihren eigenen Bereich, deshalb ist ihnen ein eigener Altar vorbehalten. (Ist nicht unbedingt notwendig.) Mehr dazu weiter unten.

Statuen der Hausgötter Zeus, Apollon, Hermes und Hekate. (Diese können in Gruppen geteilt werden: Apollon, Hermes, Hekate teilen sich einen Altar nahe der Wohnungstür und Zeus und Hera einen zweiten Altar im Wohnbereich oder in der Küche. Hestia ist in der Flamme auf dem Altar gegenwärtig. Wenn kein Geld für zwei Altäre erübrigt werden kann, macht es auch ein einziger für alle Götter.)

Tripod oder ein Räucherstövchen auf (dreibeinigem) Blumenhocker für Rauchopfer. Wird entweder vor oder auf dem Altartisch gestellt.

Kystis oder Truhe für die heiligen Gegenstände. Zwei Schatullen, eine für Olibanum, Styrax und dergleichen mehr, und eine größere kleine Götterfiguren für die großen Feste und die Reinigungstücher, wären ideal.

Quellwasser & ein Gefäß für Khernips (nach oben ausweitendes Gefäß mit hohem Fuß). Hierfür kann eine Amphore aus Silber oder Ton verwendet werden. (Amphoren dienten früher auch als Transportgefäße, heute nur noch als Vorratsgefäße für Milch, Wein, Getreide, Früchte u.a.

Phiole oder Kylix (Trankopfer), eine runde feuerfeste Keramikschale zum Auffangen der Flüssigkeit und Bio-Ethanol. Das Gefäß mit der Flüssigkeit und die Schale für zum Auffangen derselben können wie im folgenden Video aussehen: Video 1, (Min. 9:10). Das Ethanol wird für bestimmte Lebensmittel und Trankopfergaben an bestimmte Götter gebraucht (Video 2, ab 2:21) und von vielen verwendet, die kein offenes Feuer legen können. Zur Information: eine griechische Phiole ist grundsätzlich flach, fußlos und hat auch keinen Griff; sie ähnelt einer Schale.

Phiolen für enagismata und Choés. Auch eine Loutrophoros und eine Lebes Gamikos sollten nicht fehlen. Erstere fand im Totenkult, in der Beerdigung und als Grabbeigabe Verwendung, während Letztere als Hochzeitsgeschenk oder Opfergabe fungiert hat.

Eine etwas größere Amphore mit Blumenerde für Choés (Trankopfergaben für die chthonischen Götter und die Toten), falls kein Garten zur Verfügung und ein Altar für die Chthonioi und die Toten nicht zur Option steht.

Mikrofasertuch für die ausschließliche Reinigung / Pflege der Hiera.

Kleine leichte mobile Trennwände (50 cm Höhe). (Um den Altar oder die Altäre vor profanen Blicken zu schützen und abzugrenzen.) Außerdem ein Tuch aus Seide oder einem vergleichbaren Stoff zur Abdeckung des Altars oder zumindest der Idole vor profanen Blicken und zum Schutz vor Staub z.B. während des Urlaubs.

Eine sehr kleine Holztruhe oder besser eine Schatulle aus Silber mit Erde aus einem griechischen Heiligtum. (Ist für den Hauskult nicht notwendig.)

Griechische Öllampe (nicht aus Glas).

Meersalz, Weihrauch (Styrax, Olibanum), Olivenöl, Lorbeerblätter etc. aus Griechenland. Olivenöl, Wein, Milch und Honig sind Standard-Trankopfergaben.

Große Bienenwachskerze oder Rapskerze für Hestia; kann in einen glasierten Keramikteller gelegt werden. (Alternative: Baum- oder Teelichkerzen aus Bienenwachs. Der Abstellteller kann mit Datteln oder getrockneten Feigen gefüllt sein und die Kerze aufrecht halten.)

Flache Körbe oder Schalen für Opfergaben (getrocknete Früchte, Nüsse, Mandeln, Gebäck, Kekse, Pelanos usw.) Ein Teller für die Portion vom Mittagessen, die den Hausgöttern gespendet wird.

• Als Kultkleidung kommen antike griechische Kostüme guter Qualität in Frage, aber auch teure Gewänder im klassischen Stil. Eine weiße Bluse und weiße Yogahose reichen eigentlich vollkommen aus. Alternativ können ein weißes Kurta, ein kurzärmeliger Kaftan oder Talar als Kultkleidung dienen. Wichtig ist, dass man sich in seiner Haut wohl fühlt, die Kultkleidung in weißen oder cremefarbigen Farbtönen gehalten und sauber ist. Üblicherweise wird im Hauskult weißes Shirt und weiße Hose und die Festkleidung nur zu besonderen Anlässen oder Festen getragen.

Προσφορά Σπόρων. Από την σημερινή τελετή («Ασκληπιεία» & Εαρινή Ισημερία) και τον βωμό της Ένωσης Σερραίων Εθνικών και φίλων από την Ανατολική Μακεδονία
(Beispiel für eine Phiole.)
ΕΛΑΦΗΒΟΛΙΑ-ΑΣΚΛΗΠΙΕΙΑ-ΒΑΔΡΟΜΙΩΝ ΡΟΔΟΥ (2)
(Größere Feste werden in der Natur abgehalten. Als Altar kann ein einfacher geweihter Brocken Stein dienen.)

Anmerkung: Unsere Gefäße, Phiolen, Altäre, Figuren etc. haben einen klaren hellenischen Stil. Wenn Replika von antiken Amorphen oder Keramikgefäßen nicht erstanden werden können, schaue man nach bestmöglichen Alternativen. Die meisten Utensilien können über das Internet bezogen oder in Bio-Geschäften gekauft werden. Sämtliche Utensilien müssen vor dem Kauf auf ihre Eignung untersucht werden.

Bezugsquellen für Replika und anderes:

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